LEIPZIG – Erst vor rund zwei Wochen wurden mehrere Wohnungen sowie Büros in Deutschland, aber auch den Nachbarländern Spanien und Frankreich durchsucht. Die Dursuchungen wurden von rund 250 Ermittlern, IT-Experten, aber auch Steuerfahndern der sächsischen LKA-Antikorruptionseinheit INES 40 durchgeführt. Es wurden mehrere Server beschlagnahmt. Neben dem mutmaßlichen Boss von “kino.to” (Dirk B.), wurden noch 12 weitere Mittäter festgenommen. Alle Beschuldigenden befinden sich in U-Haft, und auch wenn Dirk B. schweigt, so sollen einige der Festgenommen bereits Geständnisse abgelegt haben.

Screenshot von video2k.tv

Und als wäre die Abmahnung an die sächsische Polizei (Artikel zur Abmahnung) nicht genug, äußert sich auch noch ein nicht-inhaftierter ehemaliger Uploader von Kino.to unter dem Pseudonym „Hashiba” zu den Ereignissen jüngster Zeit in einem Online-Forum: „Kino.to ist noch lange nicht Geschichte!”

Gesagt – getan. Nach kürzester Zeit nach dem Ende von “Kino.to” ist schon das neue Streaming-Portal online – “Video2k.tv”. Laut “gulli.com” sind sich die “neuen Betreiber” (bestehend aus alten Betreibern von “kino.to”dem Filehoster Duckload) stolz auf ihr neues Werk, denn Video2k.tv könne man nicht so einfach aus dem Netz nehmen. Das läge laut “gulli.com” daran, dass die Seite bei fünf verschiedenen Domain-Registraren über 50 Domains geschaltet und auf drei unabhängigen Servern gespeichert sei, sodass wenn die Polizei einen Server lahm läge, die Seite über die verbleibenden zwei weiterlaufen könne. Außerdem ist die Seite bis jetzt werbungsfrei und soll es auch bleiben.

„Wir prüfen derzeit, ob es sich tatsächlich um die ehemaligen Betreiber von kino.to handelt.” So Christine Ehlers, Sprecherin der GVU(Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen). Es spricht allerdings viel dafür, dass es sich um dieselben Betreiber handelt. Die Seite ist ähnlich aufgebaut wie “kino.to”, komplett auf Deutsch ist, duckload ist mit umgezogen und die Betreiber machen kein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit.

Das Angebot der Seite besteht aus zahlreichen Mitschnitten aktueller Kinofilme und einigen TV-Serien. Der wohl größte Unterschied ist die Qualität des Bildmaterials. Denn wer qualitativ hochwertige Videos sehen will, muss dafür zahlen (per PayPal, Visa oder Mastercard), so kostet ein Monat rund 10€ und ein Jahr knapp 60€.

Das ist aber riskant, denn wenn man dem Host Geld überweist, wird nicht nur die IP-Adresse gespeichert, sondern auch persönliche Daten. Und sollte es dann erneut zu einer Razzia kommen, hat man als Besitzer solch eines Premiumaccounts schnell ein weiteres Problem, denn dann hat die Polizei auch diese Daten.

Aber zum Glück gibt es auch Alternativen zu solch umstritten Methoden um an Filme ran zukommen. Beispielsweise und ganz klassisch: Ins Kino gehen – kostet zwar mehr, aber die Qualität ist nicht zu übertreffen. Oder eine legale Seite, bei der man viele Filme anschauen kann, wäre MyVideo mit noch einer kleineren Auswahl, die aber stetig wächst.

 

(BILD | gulli.com)