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Nazi
Weiterer Verdächtiger in Haft
29. Nov
Die Schlagzeilen um die kürzlich aufgeflogene Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (kurz NSU) wollen nicht verstummen. Nun wurde ein weiterer Neonazi festgenommen, dem der Vorwurf zur Beihilfe zum Mord gemacht wird. Bei dem Festgenommenen soll es sich laut Spiegel online um den früheren NPD-Funktionär Ralf Wohlleben (36) handeln.
Der Zugriff durch Spezialeinheiten der Polizei erfolgte um 7 Uhr in der Früh. In Zusammenarbeit mit der Bundesanwaltschaft hat das Landeskriminalamt Thüringen Ralf Wohlleben in Jena verhaften lassen.
Er soll das Zwickauer Terror-Trio (Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos) mit Schusswaffen und entsprechender Munition versorgt haben.
Wohlleben soll im Zeitraum zwischen 2001 und 2002 über einen Kurier eine Schusswaffe dem Trio übermittelt haben, mit der später fünf Migranten sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter kaltblütig ermordet wurden. Kieswetters Kollege wurde bei dem Übergriff im Jahre 2007 schwer verletzt.
Bei der Tatwaffe soll es sich um eine tschechische Pistole von dem Modell Ceska gehandelt haben.
Wie in einer Mitteilung des Generalbundesanwalts heißt, soll Wohlleben bereits in 90er Jahren engen Kontakt mit den Mitgliedern der NSU gehabt haben.
Angeblich soll er die drei nicht nur beim Untertauchen vor der Polizei im Jahre 1998 geholfen, sondern auch finanziell unterstütz haben.
Des Weiteren berichtet Spiegel online, dass bereits der festgenommene Holger G., der aktuell in U-Haft sitzt, auch Kontakt zu dem 36-Jährigen gehabt haben soll.
Shortnews: Bauarbeiter mit Nazi-Tattoos festgenommen
20. Jun
MÜNCHEN – Am vergangenen Donnerstag wurde ein Mann von Polizeibeamten festgenommen, weil er Symbole von verfassungswidriger Organisationen trug. Bei dem Festgenommen handelte es sich um einen 41-jährigen Maurer, der im Untergeschoss der Station Karlsplatz-Stachusseine arbeiteten mit freiem Oberkörper verrichtete. Neben einigen Hakenkreuzen waren auch ein Bild von Adolf Hitler und Rudolf Hess auf seinen Körper tätowiert. Nach der Durchführung polizeilicher Maßnahmen wurde der Mann wieder auf freien Fuß gelassen. (Abend Zeitung)
Molotowcocktail-Anschlag auf Mainzer Synagoge gescheitert
01. Nov
Mainz – Am gestrigen Sonntag ist auf die jüdische Synagoge in Mainz scheinbar einem Anschlag ausgeübt worden sein. Bisher unbekannte Täter warfen ein Molotowcocktail auf die Synagoge. Wie durch ein Wunder prallte der Brandsatz an einem Baum ab und erschloss am Boden.
Erst Anfang September war das neue jüdische Gemeindezentrum in Mainz eröffnet worden. Genau an der Stelle, an der früher die Mainzer Hauptsynagoge stand, die in der Reichspogromnacht niederbebrannt worden war.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich bestürzt: “Ich setze darauf, dass sie schnell aufgeklärt wird. Antisemitismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.” (Zeit online)
Schweden: Heckenschütze schießt auf Passanten
23. Okt
Kopenhangen/Stockholm/Malmö (Schweden) – Seit Tagen schon geht die Angst in Malmö um. Eine dubiose Anschlagsserie eines Heckenschützen in Schwedens drittgrößter Stadt versetzt vor allem dunkelhäutige Menschen in Angst und Schrecken, da der hinterhältige Schütze es scheinbar auf dunkelhäutige Zuwanderer abgesehen hat.
Am Donnerstag soll der Heckenschütze wieder zugeschlagen haben: Durch ein Küchenfenster schoss der Unbekannte und traf eine 26-jährige Frau in den Rücken sowie eine 34-Jährige in die Hand.
Es soll schon bis zu 15 ähnliche Fälle innerhalb von einem Jahr in Malmö gegeben haben, bei denen es nicht nur Verletzte, sondern auch Tode gab.
Rechtsextremer Hintergrund ist nicht auszuschließen
Im Stadtzentrum suchte die Polizei mit der Hilfe von Spürhunden nach dem möglichen Täter. Des Weiteren soll die Anzahl der Polizeipatrouillen erhöht und Teile der Innenstadt gesperrt werden.
Wie kurier.at berichtet, gestallte sich die Suche nach dem Täter sehr schwer, da die Zeugenaussagen kaum brauchbar sind. Unter anderem in der rechtsextremistischen Szene suchen die Ermittler nach Hinweisen. Ob der Grund für die Attentate wirklich Ausländerhass sei, darauf wollte sich die Polizei noch nicht festlegen.
Fahndungschef Mats Lassén vermutet, dass weitere hinterhältige Attentate passieren werden. Daher arbeiten er und seine Mitarbeiter mit Hochdruck an einem Täterprofil, um den feigen Schützen schnellst möglich zu stoppen. (Welt online)
Nazi-Jagt im World Wide Web
26. Mai
(zeit) Das Internet wird immer häufiger als Waffe gegen Rechtsradikale genutzt. Zum Beispiel in der Social Community Facebook formiert sich der Widerstand: In der Gruppe “Kein Facebook für Nazis – NPD Seite löschen!” haben sich, in nicht einmal einen Monat, fast 300.000 User angemeldet.
Mitglieder der Antifa Freiburg greifen jetzt auch zu illegalen und drastischeren Mitteln: Sie publizieren Namen und E-Mails von überzeugten Rechtsradikalen im Internet. Dadurch wurden unter anderem der NPD-Kreisverband Freiburg aufgelöst und eine rechtsextreme Kameradschaft aufgedeckt. Selbst der Innenminister Heribert Rech (CDU) bezieht seine Informationen über die Rechtszene von der Antifa Freiburg.
Die Informationen der recherchiert werden gehen von dem Bankkonto bis hin zum Autokennzeichen: Alles, was gefunden wird, wird genadenlos publiziert. Auch ganz intime Details wie der Streit mit einer Freundin wird veröffentlich “Mir kommt es vor, dass Du Dein Ziel erreicht hast und schwanger bist, und wenn ich nicht das mach, wie Du es willst, kann ich bleiben, wo der Pfeffer wächst“.
Dass hier diverse Strafbestände erfüllt werden, ist den Verantwortlichen egal. Damit diese Art der Selbstjustiz weiterhin online einsehbar ist, ist die Webseite seit März bei einem Hoster in Island zu finden.
Im Moment ist Webseite der Antifa Freiburg nicht vollfunktionstüchtig, denn wer die Startseite aufruft, erhält folgende Meldung: “Diese Rubrik gibt es in unserer Datenbank nicht!”
Beispiele für das “Nazi-Outing” lassen sich leicht im Netz finden, z. B. auf linksunten.indymedia.org.
